Seminar „Jagdlich motivierte Hunde stoppen & abrufen“

Folgt ihr Hund zuverlässig – auch bei attraktiven Ablenkungsreizen? Bleibt ihr Hund auf dem Weg und lässt sich abrufen, wenn er einen Wildgeruch in die Nase bekommt oder über eine interessante Spur stolpert? Wenn die Antwort auf diese Fragen „nein“ lautet,  sollte der Hund an Geschirr und Schleppleine geführt werden. Oder man trainiert.

Es gibt verschiedene Wege zu einem verlässlichen Abbruch unerwünschten Jagdverhaltens. Für alle Rosenheimer, die einen freundlichen Weg kennen lernen möchten, habe ich eine gute Nachricht: Anja Fiedler, Hundeschule dogable in Meerbusch, weiß, was (Jagd-)Hunde wollen. Sie hat mit ihrer Hündin Wolke, eine Ungarisch Drahthaar Hündin aus jagdlicher Zucht, mehrere Jagdprüfungen absolviert.
Ihre Arbeit basiert auf positiver Verstärkung, einer Lernform, die sich in ihrer Gesamtheit intensiv mit den Bedürfnissen des Hundes als Individuum auseinandersetzt und ihm eine direkte Resonanz auf gewünschtes oder unerwünschtes Verhalten gibt.

Anja besucht vom 21.-23. September 2018 unsere Region und gibt in der Hundeschule Dogs-Connection ein Wochenendseminar zu dem  Thema: „Jagdlich motivierte Hunde stoppen & abrufen.“ Weitere Informationen zu diesem Seminar mit Anja Fiedler: http://www.dogs-connection.de

 

Da muss er durch.

Lieben Sie Ihren Hund? Die meisten Hundemenschen werden diese Fragen wohl mit „Ja“ beantworten. Und weil Ihnen wichtig ist, dass es ihm gut geht, haben Sie sich sicher auch mit den Bedürfnissen Ihres Hundes auseinander gesetzt. Was braucht er, um ein zufriedenes Hundeleben zu führen? Neben der Erfüllung körperlicher Grundbedürfnisse, Interaktion mit Sozialpartnern, geistiger Beschäftigung, zählt auch ‚Sicherheit’ zu den Bedürfnissen des Hundes. Sicherheit – das heißt: physische und psychische Unversehrtheit und verlässliche Bezugspersonen.

Nun gibt es viele Situationen in denen wir als verantwortliche Menschen in einer Zwickmühle sind. In denen wir Dinge tun müssen, die den  Bedürfnissen des Hundes zuwider laufen. Zum Beispiel ihn in potentiell gefährlichen Situationen mit der Leine sichern, Tierarztbesuche, regelmäßige Körperpflege, wie Bürsten und Krallen schneiden. Wir Menschen haben die Fähigkeit zur Voraussicht und wissen deshalb, dass diese Maßnahmen erforderlich sind. Der Hund erst mal nicht. Er wird diese Situationen auf seine Art erleben. Sie beinhalten tendenziell unangenehme Dinge für ihn. Wer lässt sich schon gerne in seiner Bewegungsfreiheit einschränken, sich von Dingen, die einem im Blut liegen abhalten, piksen, ziepen oder von Fremden anfassen wo er doch gar nicht versteht, weshalb das mit ihm geschieht?

Und darüber hinaus gibt es noch die Situationen, in denen der Mensch in punkto Sicherheit völlig konträr zum Empfinden des Hundes handelt, z.B. wenn er angeleint gezwungen wird, nahe an einem Artgenossen oder etwas anderem vorbei zu gehen, das auf ihn bedrohlich wirkt. Könnte er wie er wollte, würde er großräumig ausweichen. Oder wenn wir von einem sich sträubenden Hund verlangen, Aufzug zu fahren oder über eine glatten, „durchsichtigen“, oder schwankenden Untergrund zu laufen. Beispiele gibt es hier viele.

Das alles sind Dinge, die im Laufe eines Hundeleben mehr oder weniger häufig vorkommen. Wenn wir diese für den Hund unnatürlichen Situationen aber immer wieder und „einfach so“ aufgrund der körperlichen und geistigen Überlegenheit des Menschen durchsetzen und nicht vorab mit dem Hund trainieren, bedeuten sie jedes Mal eine unangenehme Erfahrung für ihn. Plus einen Vertrauensverlust zur Bezugsperson, da unser Verhalten aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar ist. Dazu erlebt Hund wahrscheinlich ein Gefühl der Hilflosigkeit, weil er der Situation nicht entrinnen kann. Auch wenn mancher Hund die Situation irgendwann hinnimmt, heißt das nicht unbedingt, dass es ihm gut damit geht. Psychisches Wohlbefinden ist für jedes Lebewesens ebenso wichtig, wie das körperliche. Wir sollten uns deshalb genau überlegen, ob und wie häufig wir in Kauf nehmen wollen, dass sich der Hund einer unangenehmen Situation ausgeliefert fühlt.

Die Sache mit den Emotionen.
Es steht nach heutigem wissenschaftlichen Stand außer Frage, dass Hunde – wie auch Menschen – Emotionen haben. Sie empfinden Angst, Trauer, Aggression oder Wut, Suche nach Erfolgserlebnissen, Spielfreude, Lust und Fürsorge – wie wir auch. (Jaak Panksepp) Emotionen sind Motor für Verhalten. Emotionen beeinflussen Beziehungen. Welche Emotionen beim Hund ausgelöst werden, wird durch viele Faktoren bestimmt, die teilweise ausserhalb unserer Wahrnehmung, Vorstellungskraft und unseres Einflussbereiches liegen. Überwiegen im Leben immer wieder negative Emotionen, finden zu wenig positive Erfahrungen statt, hat das zwangsläufig Auswirkungen auf das Wohlergehen und Verhalten eines Lebewesens. Wir können die Emotionen des Hundes jedoch an seiner Körpersprache ablesen und durch unser Verhalten und positives Training in eine gute Richtung beeinflussen. Und wir können diese unangenehmen, aber erforderlichen Situationen so gestalten, dass es dem Hund leichter möglich ist, sie zu bewältigen. Dass er möglichst wenig Frust, Unsicherheit oder sogar Angst erlebt. Dass er die genannten Dinge vielleicht sogar irgendwann gerne tut.

Nehmen wir das Beispiel Körperpflege. Bürsten oder Krallen schneiden, ist so ein Thema, das einige Hunde nicht gerne mögen. Und der Mensch somit häufig auch nicht. Zwingt man den Hund durch die Situation, um „es möglichst schnell hinter sich zu haben“, kann das unangenehmen Konsequenzen haben. Der Hund wird Körperpflege zukünftig noch weniger mögen und für den Menschen kann diese wenig bedürfnisorientierte Vorgehensweise sehr schmerzhaft enden. (wie man bei bekannten, aber immer wieder die Körpersprache des Hundes ignorierenden Hundeflüsterern sogar schon im Fernsehen erleben konnte). Nun haben wir Menschen einen Verstand und deshalb immer mehr als eine Möglichkeiten, mit den Dingen umzugehen. Unser Verhalten hat großen Einfluss darauf, wie sich diese Situation zukünftig für Mensch und Hund gestaltet. Es wird für die Zukunft einen Unterschied machen, ob wir respektvoll mit dem Hund umgehen und ihn langsam an diese für ihn unangenehme Situation gewöhnen, oder ob wir mit einer „da muss er durch“-Mentalität an die Sache herangehen.

Wir sind der Mittelpunkt seiner Welt. Wir können beeinflussen, ob Hund solche Situationen des Alltags positiv erlebt, oder ob wir ihn immer wieder in negative Erfahrungen hineinzwingen. Wir Menschen können die Voraussetzung schaffen, damit der Hund sie gut zu meistern lernt, indem wir
– uns von dem Gedanken verabschieden, dass der Hund „stur“, „bockig“ oder „dominant“ ist. Alles was er tut, resultiert aus seinen Emotionen und seinem natürlichen, daraus resultierendem Verhalten.
– eine wohlwollende, freundliche innere Haltung im Umgang mit ihm einnehmen
– die Hundesprache lesen lernen, damit wir an den Körpersignalen und Stressanzeichen des Hundes erkennen, wenn es ihm nicht gut geht
– uns das Wissen aneignen, wie man Hunde positiv, mit Hilfe von Markersignalen trainiert
– entsprechend kleinschrittig im Training vorgehen und es so gestalten, dass der Hund Erfolg haben wird
– unsere Aufmerksamkeit auf Gelingen, nicht auf Scheitern legen
– unserer kognitiven Fähigkeiten nutzen, um unvermeidbare Situationen angenehmer für den Hund zu gestalten.

Das klingt erst mal viel. Und kostet Zeit. Am Anfang. Langfristig werden wir mit einem fröhlichen, aufgeschlossenen, selbstsicheren Hund belohnt, der uns vertraut und gerne mit uns kooperiert. Und wenn der Hund die verschiedenen Situationen, erst einmal positiv verknüpft hat, holt man die investierte Zeit im Laufe des Hundelebens locker wieder herein. An-der Leine-gehen macht vielleicht plötzlich Spass und wird vom Hund nicht mehr als Einschränkung empfunden. Das Bürsten wird für Mensch und Hund zu einem entspannten, sozialen Erlebnis. Alle Beteiligten profitieren. Wenn man einmal darüber nachdenkt, gibt es dann wirklich noch für eine Grund dafür zu sagen: „da muss er durch“?

Vortrag Dr. Ute Blaschke-Berthold: ‚Kastration bei Verhaltensproblemen‘

Dr. Ute Blaschke-Berthold ist am 27. April 2018  in unserer Region und spricht über das Thema ‚Kastration bei Verhaltensproblemen‘.  Diese Gelegenheit sollte man sich als hundeinteressierter Mensch auf keinen Fall entgehen lassen.  Aus jedem einzelnen ihrer Seminare und Vorträge habe ich eine Fülle von fundiertem Wissen und Ideen für den Alltag mitgenommen.

Weiter Informationen gibt es auf der Seite der Hundeschule Dogs-Connection:
https://www.dogs-connection.de/index.php/component/dpcalendar/event/19

 

Den Hundespaziergang gestalten

Jetzt geht sie wieder los, die Brut- und Setzzeit. Gerade in den Monaten März bis Juni ist es wichtig, dass der Hund in Wildgebieten auf dem Weg bleibt, Kontakt zum Menschen hält und zuverlässig abrufbar ist. Selbst ein jagdlich nicht besonders interessierter Hund, kann das Leben des Wildnachwuchses gefährden. Dass der Hund ‚in seine Hundewelt abtaucht‘ und all den spannenden Gerüchen da draußen nachgeht, sollte nicht in unserem Sinne sein. Damit unsere Spaziergänge einigermaßen entspannt sind, brauchen wir eine ansprechbaren Hund, der bei all den Reizen noch ein bisschen Aufmerksamkeit für seinen Menschen übrig hat.

Wie bekomme ich das hin?
Indem ich mich beim Spazierengehen mit ihm beschäftige, mit ihm als Team nach draußen gehe. Es sollte für ihn normal sein, dass wir ‚gemeinsame Sache‘ machen. Dem entsprechend sehe unsere Spaziergänge als gemeinsame Qualitätszeit und gestalte sie, anstatt es dem Zufall zu überlassen, was meinem Hund einfällt.

Wie unser Spaziergang aussieht, ist abhängig von unserer Tagesform als Team (also die des Hundes und auch meine!) und davon, was wir an diesem Tag bereits für Erlebnisse hatten. Die folgenden Sequenzen sind jedoch fast immer Bestandteil unserer „Draußen-Zeit“- In unterschiedlicher und sinnvoller Dosierung. Wir haben uns dafür teilweise feste Orte ausgesucht. Der Hund weiß dann bereits vor der verbalen Ankündigung, was jetzt gleich kommt:
– gemeinsame Spiele (inkl. „Rauf- und Runterfahren“)
– ein bisschen Training (z.B. Rückruf, auf dem Weg bleiben, Distanzsignale)
– Pausen für Hund und Mensch, in denen keine Interaktion stattfindet, in denen jeder ’sein Ding machen kann’ (natürlich ohne dass der Hund andere gefährdet oder belästigt) Wir nennen das „Time Out“.
– Entspannungspausen, in denen auch Entspannungstechniken zum Einsatz kommen.

Aktivität und Entspannung – beides gehört für mich in einem guten Verhältnis zu einem gelungenen Spaziergang dazu. Wie lange und intensiv die einzelnen Sequenzen sind, dafür gibt es kein Rezept. Jeder Hund ist anders. Jeder Mensch auch. Und jeder Tag. Wenn mein Hund durch viele Reize bereits recht aufgeregt ist (z.B. durch unschöne Hundebegegnungen, Wildgerüche, Lärm), gestalte ich den restlichen Tag möglichst reizarm. Denn jede Situation, in der der Hund mit einem starken Reiz konfrontiert ist, füllt sein Stressfass. Vor allem dann, wenn er noch keine gute Bewältigungsstrategie für die jeweilige Situation gelernt hat. Seine Fähigkeit ruhig zu bleiben, lässt ohne ausreichende Erholungsphase bei jeden Reiz nach. Beim x-ten mal „knallt es dann“ womöglich. Das sind dann die typische Situationen in denen sich der Mensch manchmal wundert – „was ist denn jetzt plötzlich los… ?“

Mit meinem leicht erregbaren, jagdlich interessierten Hund habe ich unter Anleitung meiner Hundeschule sinnvolle Übungen aufgebaut, die dem Hund ermöglichen, seine natürlichen Neigungen an nicht lebenden Objekten auszuleben. Gleichzeitig sind diese „Jagdspielchen“ eine wunderbare bedürfnisorientierte Belohnung, die man (wenn man sie mit durch ein Signal benannt hat) perfekt dafür geeignet sind, um erwünschtes Verhalten des Hundes zu belohnen, z.B. ihn dafür zu bestätigen, dass er sich trotz einer interessanten Spur dafür entscheidet, mit mir zu kommen.

Ich habe einen Teil unseres Spazierganges mal mit der Kamera festgehalten. Das Filmchen zeigt – gekürzt auf 6 Minuten – die Sequenzen unseres Spaziergangs, in denen wir einige dieser für unser Training sinnvollen Jagdspielchen machen (Lauern, Kegeln, Rückspursuche, Dummy jagen). Wir haben auch das „auf dem Weg bleiben“ mit positiven Trainingsansätzen aufgebaut und arbeiten noch am zuverlässigen Rückruf. Zuverlässig heißt für mich, dass der Hund auch bei sehr hoher Reizlage (bei uns: Wildsichtung und frischen Wildspuren) abrufbar ist. Solange das nicht klappt, betreiben wir „Management“. Das heißt: die Schleppleine bleibt in wildreichen Gebieten einfach dran.

 

Hoopers-Agility

Die Hundesportart „Agility“ kennen Sie sicher als Hundefreund. Hund und Mensch meistern zusammen einen Geräteparcours. Dieser Sport stellt hohe Ansprüche an Geschicklichkeit und Schnelligkeit des Hund-Mensch-Teams.

Vorletztes Wochenende hatte ich Gelegenheit, mit meinen Hunde eine Abwandlung des Agility auszuprobieren, die es in den USA schon längere Zeit gibt: Hoopers-Agility. Ich bin sehr begeistert von diesem (für mich) neuen Hundesport, denn er ist auch für weniger sportliche, ja sogar  für Hund-Mensch-Teams mit körperlichen Einschränkungen geeignet (wenn umsichtig ausgeführt). Eine wunderbare Möglichkeit, den Hund körperlich und geistig zu beschäftigen.

Beim Hoopers-Agility steht der Mensch in einem definierten, optisch markierten Bereich, dem ‚Führbereich‘. Er lenkt den Hund per Körpersprache und Hör- und Sichtsignalen durch den Parcours, der aus den sogenannten ‚Hoopers‘ und andere Geräten besteht: Pylonen, Fass, Tunnel, Zaun und Slalom, der aus mehreren aneinandergereihten Hoopers besteht. Der Parcours enthält keine Sprünge und kann Können und Befindlichkeiten des Hund-Mensch-Teams angepasst werden.

Was mich sehr begeistert hat: durch den positiven, kleinschrittigen Aufbau, wie ich ihn in meiner Hundeschule im Workshop bei Tanja Reich erleben durfte, werden auf nette und nachhaltige Art Fähigkeiten bei Hund und Mensch geschult, die auch im Alltag und im täglichen Umgang mit dem Hund sehr wertvoll sind. Der Mensch wird sich seiner Körpersprache bewusster, denn der Hund soll aus der Distanz durch den Parcours gelenkt werden. Die Körpersprache des Menschen spielt eine wichtige Rolle dabei, dass das gelingt. Der Hund wird körperlich und geistig ausgelastet. Dadurch dass man gemeinsam Übungen aufbaut und Spass bei der Ausführung hat, wird Kommunikation und Bindung zwischen Hund und Mensch gefördert. Es kommt hier nicht auf Geschwindigkeit oder Höchstleistungen an. Die Freude, gemeinsam etwas zu tun, ohne Druck aufzubauen, steht im Vordergrund.

Für alle, die jetzt Lust darauf bekommen haben: die Hundeschule Dogs-Connection bietet bereits am kommenden Samstag, 10.03.2018, wieder eine Hoopers-Agility-Workshop  für Anfänger an.

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